Hero Default

Translation von Medizinprodukten

Partikel_sw_1

Mikropartikuläre Trägersysteme mit poröser innerer Struktur können bioaktive Substanzen einkapseln (REM Aufnahme)

Die Pharmazeutische Technologie beschäftigt sich mit der Einbettung bioaktiver Substanzen in sogenannte Formulierungen oder Dosierungsformen, um so deren Verabreichung als Arzneimittel zu ermöglichen. Auf diese Weise lassen sich bioaktive Moleküle derart bereitstellen, dass sie zur wirksamen Behandlung von Erkrankungen nutzbar sind.

Die Forschungsgruppe Pharmazeutische Technologie konzentriert sich auf Freisetzungssysteme, die aus Polymeren erzeugt werden. Wir beschäftigen uns insbesondere mit Systemen, die zur parenteralen Verabreichung geeignet sind wie etwa Implantaten oder injizierbaren Partikeln. Hierbei liegt der strategische Fokus vor allem auf der Verwendung von neuartigen Polymermaterialien sowie neuen Konzepten zum Aufbau von Trägersystemen, um eine kontrollierte Freisetzung zu erhalten.

Da biomedizinische Anwendungen mehr als eine Funktion erfordern, leitet sich daraus ein Bedarf an multifunktionalen Trägersystemen ab. Am wichtigsten ist es dabei, die unterschiedlichen Funktionen der Freisetzungssysteme unabhängig voneinander steuern zu können. Träger können beispielsweise Stimuli-Sensitivität aufweisen und so in der Lage sein, auf Reize zu reagieren, die von außen appliziert werden. Solche Wirkstoffträger können verschiedene bioaktive Moleküle, von herkömmlichen Wirkstoffen bis hin zu Proteinen, bereitstellen und diese kontinuierlich oder nach externer Stimulation bedarfsgerecht freisetzen.

Profil

Nanopartikel in Makrophagen Detail

Nanopartikel (rot) aufgenommen von Makrophagen innerhalb von 24 Std. (humane RAW-Blue Zellen, Zellkern blau, Zellskelett grün). Foto: Hereon

Die Forschungsgruppe Pharmazeutische Technologie entwickelt Trägersysteme für die kontrollierte Freisetzung von bioaktiven Molekülen, insbesondere für die parenterale Verabreichung. Diese Systeme beruhen auf Polymeren mit verschiedenen Eigenschaften, die z.B. von hydrophoben (Co)Polyestern bis zu sehr hydrophilen Materialien reichen.

Zusätzlich zur Forschung an Freisetzungssystemen, basierend auf neuen Materialien und Trägerkonzepten, beschäftigt sich die Forschungsgruppe auch mit wesentlichen Grundlagen translationaler Biomaterialforschung wie der Sterilisierung von Trägersystemen und deren aseptischer Herstellung in einem GMP-konformen Reinraum.

Vielfalt der Trägersysteme

Die Auswahl eines geeigneten Trägersystems erfolgt unter Berücksichtigung der Anforderungen, die sich durch die spezifische Anwendung und die Eigenschaften der bioaktiven Substanzen ergeben. Die untersuchten Trägersysteme reichen von injizierbaren Mikro-/Nanopartikeln bis hin zu vorgeformten Implantaten wie Stäbchen oder Polymer-Stents sowie in-situ formenden Implantaten oder Hydro-Gelen.

Neue Polymersysteme und Technologien für die Pharmazeutischen Wissenschaften

Die Arbeit der Gruppe Pharmazeutische Technologie beinhaltet neue Konzepte für Trägersysteme, die wesentlich auf neuen Materialentwicklungen beruhen. Dies erfolgt in Abstimmung mit den anderen Abteilungen des Institutes für Biomaterialforschung. Anpassbare oder maßgeschneiderte Eigenschaften und Funktionen neuer Polymere sind ein Grundpfeiler für die Etablierung neuer Systeme zur kontrollierten Freigabe.

Expertenthema: Multifunktionale Trägersysteme
Expertenthema: Integrierte Prozesse