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| Pressemitteilung

Sorge um Klimawandel bleibt bestehen

Das Hereon veröffentlicht Studienergebnisse zum Risikobewusstsein Hamburger Bürgerinnen und Bürger für den Klimawandel

Der Klimawandel stellt eine große bis sehr große Bedrohung für Hamburg dar und seine Folgen sind bereits heute spürbar. Das gab die Mehrheit der Befragten in der vom Helmholtz-Zentrum Hereon durchgeführten Studie „Risikobewusstsein Hamburger Bürger_Innen für den Klimawandel 2023“ an. Auch hielten es noch nie so viele Bürgerinnen und Bürger Hamburgs für möglich, persönlich von einer Naturkatastrophe betroffen zu sein wie in diesem Jahr. Die Studienergebnisse zeigen: Die Sorge um die Auswirkungen des Klimawandels bleiben bestehen und nehmen teilweise auch zu.

"Risikowahrnehmung ist regional- und zeit-spezifisch. Während Hitzewellen in Hamburg einen neuen Höchstwert erzielten, scheinen die Ereignisse im Ahrtal ihre Wirkung wieder verloren zu haben. Außerhalb der betroffenen Region gerieten sie bereits völlig aus dem Blick“, berichtet Prof. Beate Ratter, Leiterin der Langzeitstudie und Wissenschaftlerin am Helmholtz-Zentrum Hereon. Gemeinsam mit Luca Scheunpflug befragte sie dieses Jahr 503 Bürgerinnen und Bürger Hamburgs zu deren Wahrnehmung in Bezug auf den Klimawandel. Ihre Ergebnisse veröffentlichte sie inzwischen das 16. Jahr in Folge.

67% der Befragten schätzten die Bedrohung für Hamburg durch den Klimawandel als groß beziehungsweise sehr groß ein. Dieser Wert ist im Durchschnitt über die letzten sieben Jahre nahezu konstant geblieben. Für 56% der befragten Bürgerinnen und Bürger sind die Folgen des Klimawandels bereits heute spürbar, für knapp ein Drittel in zehn Jahren und nur jeder Zehnte war der Meinung, dass die Folgen erst in 30 Jahren spürbar sein werden.

Sorge um Hitzewellen so groß wie nie

Die meisten Befragten halten mit 63% Sturmfluten und Überschwemmung für die Naturkatastrophen, die die schwersten Folgen für Hamburg hätten. Auf dem zweiten Platz liegen mit 17% Hitzewellen – ein absoluter Höchstwert seit Studienbeginn. Im Vorjahr lagen Hitzewellen mit 9% noch auf dem letzten Platz nach Stürmen und Starkregen.
Einen weiteren Höchstwert erzielte die Studie auch bei dieser Frage: 62% der Bürgerinnen und Bürger halten es für möglich persönlich von einer Naturkatastrophe in Hamburg betroffen zu sein. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 53%.

Beate Ratter zieht Fazit: „Risikobewusstsein und gefühlte persönliche Betroffenheit sind wichtige Faktoren für persönliche Vorsorgemaßnahmen gegen den Klimawandel, aber das Sprechen über Klimawandel wird in Zukunft nicht ausreichen. Es müssen neue Wege gefunden werden, die Brisanz des Klimawandels zu vermitteln, um mit den Folgen umzugehen."

Hintergrund

Die Studie „Risikobewusstsein der Hamburger Bürger für den Klimawandel“ wurde erstmals 2008 und seitdem jährlich umgesetzt. Die Befragten geben in der Telefonumfrage jedes Jahr Auskunft über vier Fragen zu ihrer Wahrnehmung des Klimawandels. Seit 2019 werden zusätzlich persönliche Vorsorgemaßnahmen abgefragt und seit 2010 auch die Meinung zu Hamburgs wichtigsten Problemen. Die Studienergebnisse aus diesem Jahr und den vergangenen Jahren sind hier öffentlich einsehbar: Studien

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Prof. Dr. Beate Ratter

Abteilungsleiterin

Institut für Küstensysteme - Analyse und Modellierung

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Martina Grünwald

Wissenschaftsredakteurin

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