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| Pressemitteilung

Das Ahrtal im Kopf: Die Menschen in Hamburg bereiten sich vor

Das Hereon veröffentlicht Studienergebnisse zum Risikobewusstsein Hamburger Bürgerinnen und Bürger für den Klimawandel

Wie schätzen Sie die Gefahren des Klimawandels für Hamburg ein? Und wann werden dessen Folgen Ihrer Meinung nach spürbar? Antworten auf diese Fragen ermittelte das Helmholtz-Zentrum Hereon in der Studie „Risikobewusstsein der Hamburger Bürger für den Klimawandel“ bereits zum 15. Mal in Folge. Das Ergebnis: Besonders die Jüngeren empfinden die Bedrohung für Hamburg überwiegend als (sehr) groß und immer mehr Einwohnerinnen und Einwohner treffen Vorsorgemaßnahmen.

Xandra, Ylenia, Zeynep und Antonia – Sturmtiefs, die 2022 zu Höchstwasserständen in Hamburg geführt haben. Auch das vorherige Jahr war durch eine hohe Zahl an Extremereignissen geprägt. Stellen diese Folgen des Klimawandels eine immer größere Bedrohung dar? Die Hamburgerinnen und Hamburger sagen: Ja! Professor Beate Ratter und Annika Runge vom Helmholtz-Zentrum Hereon haben die Bevölkerung befragt und veröffentlichten heute ihre Studienergebnisse.

Von 511 Befragten schätzen 72 Prozent die Bedrohung Hamburgs durch den Klimawandel als (sehr) groß ein. Die Mehrheit davon bilden vor allem 14- bis 29-Jährige, die die Bedrohung eher als sehr groß einschätzen, während 30- bis 44-Jährige die Bedrohung hauptsächlich als groß und nicht mehr als sehr groß – im Vergleich zum Vorjahr – einordnen. Auch die Folgen des Klimawandels sind für 91 Prozent der Befragten bereits heute oder spätestens in 10 Jahren spürbar. Dabei steigt der Anteil derer stetig, die die Folgen schon heute wahrnehmen: 2010 waren es noch 30 Prozent, jetzt liegt der Anteil bei fast 60 Prozent.

Hamburgs Bürgerinnen und Bürger treffen Vorkehrungen

Vor allem die Antworten auf die Frage, welche persönlichen Vorsorgemaßnahmen Hamburgs Bürgerinnen und Bürger gegen künftige Extremwettereignisse schon getroffen haben oder noch planen, sind eindeutig: Alle Maßnahmen erzielten Höchstwerte im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Spitzenreiter ist das Installieren von Warn- und Wetter-Apps (68 Prozent), gefolgt von der Nachbarschaftshilfe (55 Prozent) sowie das Abschließen einer Versicherung und bei der Gefahr von Extremwetterereignissen nicht zur Arbeit zu gehen (beides 54 Prozent). Weitere Maßnahmen sind Vorräte für den Notfall anzulegen, den Hausrat nicht mehr im Keller zu verstauen und sogar umzuziehen. Letzteres wird vor allem von der jüngsten (14- bis 29-Jährige) und ältesten Altersgruppe (über 60-Jährige) in Betracht gezogen. „Die Überschwemmungskatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz war ein Weckruf, dass jeder etwas tun muss – das gilt nicht nur für die Notfallvorsorge, das kann man auch auf den Umgang mit dem Klimawandel beziehen,“ sagt Prof. Beate Ratter, Leiterin der Langzeitstudie.

Hintergrund

Die Studie „Risikobewusstsein der Hamburger Bürger für den Klimawandel“ wurde erstmals 2008 und seitdem jährlich umgesetzt. Die Befragten geben in der Telefonumfrage jedes Jahr Auskunft über vier Fragen zu ihrer Wahrnehmung des Klimawandels. Seit 2019 werden zusätzlich persönliche Vorsorgemaßnahmen abgefragt und seit 2010 auch die Meinung zu Hamburgs wichtigsten Problemen. Die Studienergebnisse aus diesem Jahr und den vergangenen Jahren sind hier öffentlich einsehbar: www.hereon.de/hamburgrisiko

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Martina Grünwald Wissenschaftsredakteurin

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